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Quelle: Katholisch St.Gallen

Die Nachbarn sind uns punkto Fusion voraus

Donnerstag, 24. September 2026

In Engelburg, Abtwil-St.Josefen und St.Gallen wird im ­November mit ersten Abstimmungen der Fusionsprozess eingeleitet. Andere Kirchgemeinden in der Region sind im gleichen Vorgang bereits mehrere Schritte weiter. (Beitrag aus dem Oktober-Pfarreiforum)

Eine fusionierte Kirchgemeinde lässt mehr Demokratie und Mitbestimmung zu als ein Zweckverband. Davon sind die Kirchenverwaltungsräte (KVR) in St.Gallen, Engelburg und Abtwil-St.Josefen überzeugt. Sie mussten aufgrund der Zusammenlegung der drei Seelsorgeeinheiten beide Varianten für eine neue Struktur eingehend prüfen, und sie schlagen nun die Fusion vor (Pfarreiforum vom August). Als erster Schritt finden im November Konsulta­tivabstimmungen statt. Ein Blick in die Region zeigt: Punkto Fusionsprozess sind uns einige Nachbarkirchgemeinden weit voraus.

Kuratorin statt KVR-Präsidium

In Wittenbach, Häggenschwil und Muolen besteht rechtlich betrachtet bereits die neue Kirchgemeinde «Alte Konstanzerstrasse». Im Herbst werden sie bereits die erste gemeinsame Bürgerversammlung abhalten. Der Übergang zum neuen Betrieb wird indessen erst nach den Wahlen im September 2027 vollzogen sein. Im Frühling 2028 werden alle Kirchbürgerinnen und Kirchbürger über das erste gemeinsame Budget befinden. «Alle Abstimmungen sind gut und schlank über die Bühne gegangen», sagt Margrit Stadler. Die ehemalige Administrationsrätin wurde 2024 vom Konfessionsteil als Kuratorin eingesetzt, weil in Häggenschwil das KVR-Präsidium nicht mehr besetzt werden konnte. Bei den kommenden Wahlen müssen für das ganze Gebiet nur ein KVR (Präsidium und vier Mitglieder) und eine Geschäftsprüfungskommission mit drei Mitgliedern bestellt werden, was die Strukturen vereinfacht und die Chancen für eine gute Besetzung stark erhöht.

Umständlicher Zweckverband

Ähnlich unterwegs sind die Kirchgemeinden Berg-Freidorf, Tübach, Steinach und Mörschwil. Auch sie werden ab 2028 mit einem neuen KVR den Betrieb aufnehmen. Die Seelsorgeeinheit namens Steinerburg besteht seit 2014. Seither haben die Kirchgemeinden einen Zweckverband gebildet. Aus Sicht von Andreas Bopp, KVR-Präsident von Steinach, war der Zweckverband umständlich, da die wesentlichen operativen Aufgaben der Zweckverband erfüllt, während die gewählten KVR einzelne Mitglieder delegierten. Und weil die Ansprüche an die Kirchenverwaltung stetig steigen, kam die Diskussion für eine Fusion auf.

Unterstützung «von oben»

Die Kirchgemeinden sind auf dem Weg zur ­Fusion nicht ganz auf sich alleine gestellt. Der Katholische Konfessionsteil unterstützt Fusionen mit Beiträgen etwa zur Entschuldung finanzschwacher Kirchgemeinden, wovon zum ­Beispiel Wittenbach profitiert. (ses)

Die Konsultativabstimmungen finden am 10. November in Abtwil, am 17. November in Engelburg und am 25. November in St.Gallen im Kirchgemeindeparlament statt.

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