An Pfingsten werden die Teilnehmenden feierlich getauft.
Quelle: Bistum St.Gallen
Grosses Interesse an der Glaubenorientierung
Katholisch St.Gallen verzeichnet bei Kircheneintritten ein leichtes Wachstum. Am morgigen Dienstag findet ein Infoabend für einen Glaubenskurs statt, der Suchende zum katholischen Glauben führt. (Medienmitteilung vom 19. Oktober 2026)
«Ich möchte glauben, aber ich weiss nicht, wie es geht.» Unter diesem Motto findet bei Katholisch St.Gallen jährlich ein Kurs statt, welcher die Teilnehmenden zum Eintritt in die katholische Kirche vorbereitet. Die sogenannte Glaubensorientierung findet ab Januar 2027 zum sechsten Mal statt, morgen Dienstag gibt es einen Infoabend dazu. Erstaunlich ist: Im letztmaligen Kurs, der am Pfingstsonntag abgeschlossen wurde, haben so viele Menschen teilgenommen, wie noch nie. 23 Menschen aus der Region liessen sich im vergangenen Juni in der Kathedrale taufen oder firmen. Damit haben sie ihren Entscheid, ihren Glaubensweg mit und in der katholischen Kirche zu gehen, besiegelt.
Kurs macht Schule
Der Kurs verteilt sich auf sieben Vorbereitungsabende und endet 2027 mit einem feierlichen Gottesdienst am Pfingstsamstag. Die Glaubensorientierung wurde vom damaligen Dompfarrer und heutigem Bischof Beat Grögli eingeführt. Mittlerweile wollen Kirchen in anderen Regionen das Format übernehmen. In St.Gallen sind der heutige Dompfarrer Mathai Ottappally und die Seelsorgerin Barbara Walser zuständig. Der Nachfolger von Beat Grögli führt viele Gespräche mit den Interessentinnen und Interessenten. «Es ist sehr berührend, über die unterschiedlichen Beweggründe der Teilnehmenden zu sprechen», sagt Ottappally. Über die rege Teilnahme freut er sich: «Es zeigt, dass der katholische Glaube auch in der heutigen Zeit für Menschen eine grosse Bedeutung haben kann.»
Neues Selbstbewusstsein
Das wachsende Interesse an der Glaubensorientierung deckt sich mit den Zahlen der Katholischen Kirchgemeinde, die bei den Kircheneintritten ein kleines Wachstum ausweisen kann. Im vergangenen Jahr sind 20 Leute alleine in der Stadt in die katholische Kirche eingetreten. In den Vorjahren bewegte sich diese Zahl zwischen 10 und 13. Schweizweit ist eine Erhöhung der Erwachsenentaufen in der katholischen Kirche zu verzeichnen, wie das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut kürzlich bekanntgab. Im vergangenen Jahr gab es mit 339 Erwachsenentaufen einen neuen Höchstwert seit Erhebung dieser Zahl im Jahr 2012. Um von einem neuen Trend zu sprechen, sind diese Zahlen noch zu klein, aber es zeigt sich ein neues Selbstbewusstsein von Kirche.