Auf dem Kapelldach ist nun wieder ein Stern zu sehen.
Quelle: Katholisch St.Gallen
Die Kapelle gibt ein neues Bild ab
Die Bildkapelle in der Nähe der Fussballarena wird derzeit saniert. Auf dem Dach ist nun wieder ein sechseckiger Stern zu sehen, der an die Verstorbenen einer Schlacht von 1209 erinnert. (Medienmitteilung vom 30. September)
Mitten im Trubel rund um die Fussballarena in Winkeln steht die Bildkapelle da und trotzt Wind, Wetter und Strassenlärm. Beharrlich hält die Kapelle ein Stück St.Galler Geschichte fest. Seit 1668 erinnert das Bauwerk mit barocker Ausstattung an die Verstorbenen der blutigen Schlacht im Jahr 1209. Zu jener Zeit stritten sich der Abt Ulrich VI. und der Bischof Wernher von Staufen von Konstanz um die Burg Rheineck. Die Auseinandersetzung gipfelte in diesem Blutvergiessen auf dem Breitfeld. Nach der Schlacht erinnerte ein Bildstock an die Menschen, die dort ihr Leben liessen und teilweise auf dem Schlachtfeld begraben wurden, wie im Buch «Geschichten von Gallus bis zur Moderne» der Katholischen Kirchgemeinde St.Gallen zu erfahren ist.
Ein Stern als Schutz
Die katholische Kirchenverwaltung hat diesen Sommer eine Aussensanierung und eine Reinigung des Innenraums in Auftrag gegeben. Das Kapellendach ist in diesem Zug in einen früheren Zustand zurückgeführt worden. Auf der Grundlage eines undatierten Bildes der städtischen Denkmalpflege wurden hellere Ziegel eingesetzt, die einen sechseckigen Stern mit einem Kreis in der Mitte bilden. Zwar gibt es in vorliegenden historischen Quellen keine expliziten Hinweise auf die Bedeutung dieses Sterns, doch die Geschichte der Kapelle legt nahe, dass er als Schutz- oder Dankessymbol angebracht wurde und keinen Bezug herstellt zum jüdischen Stern. Die Kapelle ist der Heiligen Barbara gewidmet, der Schutzpatronin gegen den schnellen Tod und Schutzpatronin etwa für Bergleute, Tunnelbauer oder Feuerwehrleute. Eine Barbara-Statue ist das älteste bekannte Kulturgut in dieser Kapelle.
Lärchenholz und Schwalbennester
Die Sanierung wird mit grösster denkmalpflegerischer Sorgfalt ausgeführt. Die Aussenwand wird wieder weiss gestrichen, nachdem ihr ein gelblicher Anstrich gegeben wurde. In der langen Lebenszeit der Kapelle haben sich Risse in den Mauern gebildet, die nun von einem Stuckateur unter anderem mit Schafswolle gefüllt und mit einer Kalkmischung verputzt werden. Auch der Turm gibt bald ein schönes Bild ab, er bekommt eine neue Hülle aus gespaltenen Lärchenholz-Schindeln. Unter dem Dachvorsprung nordwärts befinden sich vier alte Schwalbennester. Nach Absprache mit Naturschützern werden diese so belassen und durch zwei weitere ergänzt. Die Sanierung kostet rund 150'000 Franken. Ende Oktober wird die Sanierung mit dem Aufsetzen der Turmkugel und einer Segnung abgeschlossen.